Goldhausen am Eisenberg, das Deutsche el Dorado
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kittycat
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In Zeiten der Finanzkrise können die Bewohner von Goldhausen gut schlafen. Sie wohnen buchstäblich auf einem Berg voll Gold. Der kleine beschauliche Ort liegt an der Flanke des Eisenberges..Dieser besitzt eines der bedeutendsten Goldvorkommen in Deutschland. Ein guter Grund für einen Besuch in Goldhausen. Vielleicht springen ja ein paar Nuggets dabei heraus. So begebe ich mich auf die Spuren der Goldsucher und begehe den Goldlehrpfad in Goldhausen.
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Eisenberg / GoldhausenGeo-Koordinate: Breite. 51.24764 / Länge. 8.81812
Hallo Goldhausen! Hier müssen die Bewohner reich sein! Schwupps Goldhausen in die Navi eingegeben, um mich persönlich davon zu überzeugen, dass in Goldhausen das Gold unter der Straße liegt.
Vor 500 Jahren war der Eisenberg ein Anziehungsort für Goldsucher und Glücksritter. Auf der Suche nach Gold durchwühlten diese den Berg. Ca. 15km Stollengänge durchbohren den Fels. Das kleine Dorf Goldhausen steht zwar auf festen Untergrund, doch tief unten ist das Gestein löchrig wie ein schweizer Käse.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde ca. 1.2 Tonnen Gold aus dem Berg gefördert.
Die besonders goldhaltigen Gesteinsschichten sollen heute noch ca. 10 Tonnen Gold beinhalten. Das sind 1.250.00 Unzen Gold, bei einem aktuellen Tageskurs von 692 Euro pro Unzen, sitzt Goldhausen auf einem Goldberg im Wert von 856.000.000,00 Euro.
Jetzt stehe ich hier in Goldhausen und keiner gräbt (auch nicht der Bundesfinanzminister). Einheimische sagen, der Abbau lohnt sich nicht (oder man müssten den halben Berg abtragen).
Neben Gold wurde im Eisenberg noch nach Kupfer und – wie der Name es verrät – nach Eisen gegraben.
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Burg EisenbergGeo-Koordinate: Breite. 51.25105 / Länge. 8.82666
Die Erzvorkommen am Eisenberg wurde schon im Mittelalter erschlossen. Da der Eisenberg besonders ergiebige Erze beinhaltete wurde er auch überwacht.
Seit dem 13 Jahrhundert thront auf dem Gipfel des Berges die Burg Eisenberg. Mit dem 30 Jährigen Krieg wurde der Bergbau am Eisenberg eingestellt und nicht wieder begonnen. Nach Ende des Krieges verlor die Burg daher an Bedeutung. Ab 1700 ist die Burganlage verlassen. Im Laufe der Jahre wird die Burg Stück für Stück bis auf die Grundmauern abgerissen und gerät in Vergessenheit. Erst 1974 werden die Grundmauern wieder ausgegraben und restauriert.
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Burgbrunnen und GrubeGeo-Koordinate: Breite. 51.25112 / Länge. 8.82672
Viele Schächte der Goldsucher wurden senkrecht gegraben, um dann vertikale auf erzhaltige Schichten vorzustoßen. Auch der Burgbrunnen ist aus einem solchen Schacht entstanden.
32m haben die Goldsucher den Schacht in den Fels gehauen. Allerdings ohne auf viel versprechende Gesteinsschichten zu treffen. Am Ende wurde das Stochern im tiefen Gestein aufgegeben und die Burg hatte ein tiefes, sehr tiefes Loch. Da sich am Boden des Loches Wasser ansammelte, bekam die Burg Eisenberg so ein sehr schönen und soliden Brunnen.
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Blick vom Georg-Viktor-AussichtsturmGeo-Koordinate: Breite. 51.25111 / Länge. 8.82733
Neben der Burg steht auf dem Gipfel der 22,5m hohe Georg-Viktor-Aussichtsturm. Die Mühe meines Aufstiegs auf den Turm wird mit einem fantastischen Rund-um-Blick belohnt.
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Stollen untere Tiefer TalGeo-Koordinate: Breite. 51.24875 / Länge. 8.82498
Hier wurde im 15. oder 16. Jahrhundert ein Vorstoß zu den Goldadern im Berg unternommen. Der Stollen ist ein horizontaler Einstich in den Berg. Als die Bergleute nach über 100m mühseligen Grabens noch immer keine Erzschichten finden, wird der Stollen aufgegeben.
Im 20 Jahrhundert entdeckt der Bergbau-Unternehmer und Forscher C. T. Rauschenbusch den Stollen. Auf seiner Suche nach den Geheimnisses des Eisenberges lässt er den Stollen um 160m verlängern. Doch statt auf eine Goldader treffen die Bergleute im Jahr 1929 auf die mittelalterlichen Gänge anderer Gruben im Eisenberg. Die gesuchte Goldader an dieser Stelle wurde schon vor Jahrhunderten ausgebeutet.
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Einstieg zur Grube ViktorGeo-Koordinate: Breite. 51.25124 / Länge. 8.82499
Kupfer war im 18. und 19. Jahrhundert ein begehrter Rohstoff. Der Einstieg zur Grube Viktor ist ein unscheinbarer Schachtdeckel im Wald.
Darunter befindet sich ein umfangreiches Gangsystem.
Der Kupfergehalt der Erze in dieser Grube liegt bei bis zu 10%.
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Zeche GoldhausenGeo-Koordinate: Breite. 51.24945 / Länge. 8.82261
Carl Theodor Rauschenbusch begab sich ab dem Jahr 1917 erneut auf die Suche nach den Schätzen im Eisenberg. Er entfachte einen neuen Goldrausch am Eisenberg.
Rauschenbusch untersuchte in den Folgejahren die zahlreichen mittelalterlichen Stollen und unternahm zahlreiche Sondierungsgrabungen. Der große Goldfund blieb Rauchenbusch verwehrt. In der damaligen Zeche befindet sich der Bergbauverein, der sich um die Geschichte zum Bergbau am Eisenberg widmet.
Bei meinem Besuch in Goldhausen war gerade an der Zeche ein Dorffest. Statt Nuggets gab es flüssiges Gold. Na den, Prost!
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Grube St. GeorgGeo-Koordinate: Breite. 51.2477 / Länge. 8.81908
Mitten in Goldhausen befindet, sich unter dem Dach einer unscheinbaren Holzhütte, der Zugang zur Goldmine St. Georg.
Hier wurde im Mittelalter ein senkrechter Stollen 56m tief in den Berg getrieben. Die Grube folgt dem Verlauf einer besonders ergiebigen Goldader. In den goldhaltigen Schichten haben die mittelalterlichen Bergleute bis zu 900m lange Cavernen geschlagen. Alles in Handarbeit – ohne Bohrer und Sprengstoff.
Im Mittelalter konnte ein Bergmann mit Hammer und Schlegel einen Schacht am Tag um 3cm – 4cm vorantreiben. Viel Arbeit für nur wenige Zentimeter Ergebnis.
In der großen Schachtanlage von St. Georg haben so tausende von Männern über Jahrhunderte nach Gold gegraben und so ein großes Stollensystem geschaffen.
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Molkeborn IV StollenGeo-Koordinate: Breite. 51.25193 / Länge. 8.82638
Die meisten Zugänge zu Stollen sind heute verschüttet.
Bei meiner Wanderung rund um den Eisenberg habe ich einige verschüttete Stollen gesehen. Solche alten Stollen sind mit Gesteinabraum verschüttet.
So auch der Eingang zum Molkeborn IV Stollen. Dieser ist ein Erkundungsstollen mit 45m Länge. Im 16. oder 18. Jahrhundet haben hier Goldsucher Ihr Glück gesucht. Nach 4 Jahren harter Arbeit mussten Sie zur Erkenntnis kommen, dass es an dieser Stelle kein Gold gibt. Pech für die Glückritter.
Der Molkenborn IV Stollen wurde aufgegeben. Nach vier Jahren harter Arbeit sicherlich keine leichte Entscheidung.
El Dorado blieb ein Traum für die Männer vom Molkeborn IV Stollen.
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Burg NordenbeckGeo-Koordinate: Breite. 51.24026 / Länge. 8.83869
Die Wasserburg mit imposanten Burgturm besteht seit dem 13 Jahrhundert am Fuß des Eisenberges. Von Nordenbeck führt die Straße nach Goldhausen. Die Burg steht in Nähe der ersten Goldsuch-Felder und steht an einer günstigen und wichtigen strategischen Position. Burgturm und Hofgut sind heute Privatgelände.
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Stollen bei NordenbeckGeo-Koordinate: Breite. 51.24347 / Länge. 8.82891
Ein ehemaliger Stollen auf dem Weg zwischen Goldhausen und Nordenbeck. Der Eingang ist verschüttet. Nur Abraum und Schuttkegel zeugen von der regen Aktivität eines Bergwerkes. Sonst gibt es hier nichts aufregendes zu sehen.
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Goldrush: das große Goldfeld in GoldhausenGeo-Koordinate: Breite. 51.24641 / Länge. 8.8141
Das alte Goldfeld ist heute mit Bäumen überwachsen. Vor 750 Jahren musste das Gelände allerdings einer Mondlandschaft geglichen haben.
Auf einem schmalen aber langen Streifen wurde die Oberfläche nach goldhaltiges Gestein durchwaschen. Ähnlich den heutigen Opalfeldern in Australien legten die Goldsucher zahlreiche senkrechte Löcher und Gruben an, um den geförderten Abraum nach Gold zu durchsuchen. Sie hatten den Verlauf der Hauptader am Eisenberg aufgespürt.
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ErbstollenGeo-Koordinate: Breite. 51.25015 / Länge. 8.81031
Um an die tiefer liegenden Adern in 50m tiefe zu gelangen, mussten die Gruben im Eisenberg entwässert werden.
Die mittelalterlichen Bergarbeiter legten daher im 14. Jahrhundert am Fuß des Eisenberges einen Erbstollen mit über 600m Länge an. Dieser entwässert die tiefen Sohlen der Bergwerke im Eisenberg. Vermutlich wurden durch den Stollen auch Erze abtransportiert.
Heute ist der Stolleneingang verschüttet. Die Entwässerung funktioniert aber noch. Es bildet sich am Stollenmund ein kleiner Sumpf.
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Gold entdeckt! Klondike in Deutschland.Geo-Koordinate: Breite. 51.25235 / Länge. 8.83421
Wie wurde das Gold im Eisenberg entdeckt? Vermutlich folgten die Goldsucher den Weg des Goldes aus den Flüssen Eder und Itter zum Eisenberg.
Systematisch wurde in den Bächen und Flüsse der Gegend nach Gold gewaschen, um die sagenhafte Goldquelle zu finden.
An dieser Stelle am Eisenberg erreichten die ersten Goldsucher das Ziel.
Der Ursprung des Flussgoldes waren die Gesteine des Eisenberges. Hier an dieser Stelle trugen die Goldsucher das Gestein an der Oberfläche ab und durchsiebten es. Sie fanden bis zu 4 Gramm Gold pro Kubikmeter Erde!
Kein Wunder, das der Berghang ist an dieser Stelle regelrecht durchwühlt ist.
Kaum Vorzustellen was sich am heutige friedliche Wald abgespielt hat, als der mittelalterliche Goldrushs begann. Am Eisenberg musste eine Stimmung wie am Klondike geherrscht haben.
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Stollen Molkenborn IIGeo-Koordinate: Breite. 51.2533 / Länge. 8.8317
C. T. Rauschenbusch öffnete erstmals in der modernen Neuzeit den verschütteten Stollen Molkeborn II.
Im Mittelalter wurde hier Kupfer aus dem Eisenberg gewonnen. Da der Stolleneingang in einer brüchigen Schieferlage liegt, verfiel dieser wieder nach den Erkundungen. Heute zeugt nur ein kleiner See vom Stollen Molkenborn II.












